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    ver.di fordert Maßnahmen gegen den Pflegenotstand

    ver.di fordert Maßnahmen gegen den Pflegenotstand

    Berlin, 16.01.2019 

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert angesichts der sich verschlechternden Stimmung der Pflegebeschäftigten, wie sie der aktuelle Care-Klima-Index zeigt, schnelle und nachhaltig wirksame Maßnahmen zur Behebung des Pflegenotstands. "Die Pflegenden stellen den politisch Verantwortlichen ein schlechtes Zeugnis aus. Die Regierung sollte sich das zu Herzen nehmen und sofort wirksame Maßnahmen auf den Weg bringen. Die Pflege muss attraktiv gemacht werden: durch gute Arbeitsbedingungen, verbindliche Personalvorgaben, gute Ausbildung und Weiterbildung sowie eine faire Bezahlung durch tarifvertragliche Regelungen", sagte Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand.  

    Laut Care-Klima-Index sind immer mehr Beschäftigte in der Pflege unzufrieden mit ihren Arbeitsbedingungen sowie mit dem Stellenwert der Pflege in der Politik. Bühler: "Die Ergebnisse belegen: In der Pflege hat sich nichts verbessert. Und dass die Pflegepersonaluntergrenzen auf niedrigstem Niveau in wenigen Bereichen im Krankenhaus und nur 13.000 zusätzliche Stellen in der Altenpflege die Probleme nicht lösen, wissen alle Beteiligten. Wenn der Bundesgesundheitsminister Vertrauen schaffen will, braucht es jetzt endlich gesetzliche Vorgaben für eine Personalausstattung, die sich am Pflegebedarf orientiert", sagte Bühler. Dies sei auch das wirksamste Mittel gegen Fachkräftemangel. "Mit guten Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen und einer angemessenen Bezahlung können erfahrene Fachkräfte gehalten und neue gewonnen werden. Und viele, die in Teilzeittätigkeiten geflüchtet sind, werden wieder aufstocken."  

    Auch in der Altenpflege sei der Fachkräftemangel hausgemacht, denn die Altenpflege zähle zu den am schlechtesten bezahlten Berufen mit dreijähriger Ausbildung. Bühler: "Deshalb machen wir uns stark für einen Tarifvertrag Altenpflege, der auf den gesamten Bereich erstreckt werden soll."

     

    V.i.S.d.P.:

    Richard Rother

    ver.di-Bundesvorstand

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