Kindertagesstätten

Normalität braucht Schutz - Kinder, Eltern und die Beschäftigten …

Covid 19

Normalität braucht Schutz - Kinder, Eltern und die Beschäftigten in den Kitas fordern mehr Unterstützung

Der Landeselternausschuss Hamburg als Vertreterin der Hamburger Eltern und die Fachkommission Kita von ver.di Hamburg als Vertreterin der Beschäftigten in der Kindertagesbetreuung und ganztätiger Betreuung an Hamburger Schulen fordern mehr Anstrengungen von Politik und Wirtschaft zum Wohle von Kindern, Eltern und Erzieher*innen.

Wir alle wollen, dass wieder mehr Normalität einkehrt – in den täglichen Kontakten und der Arbeit. Soziale Kontakte haben für alle Beteiligten - Kinder, Eltern und Beschäftigte – einen hohen Wert und sind Teil unseres Lebens und der (frühkindlichen) Bildung.
Doch Kindertagesstätten sind auch „Betriebe“ mit vielen Kontakten. Es wird dort ohne Abstand und ohne die sonst möglichen Schutzmöglichkeiten gearbeitet. Aktuell noch nicht absehbare Entwicklungen und Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen durch sich ausbreitende Virusmutationen müssen mitgedacht werden.

Eltern und Beschäftigten ist bewusst, dass dies ein Dilemma ist. Doch gibt es für alle Beteiligten eine große Schnittmenge: Das Wohl und die Förderung der Kinder, die Zukunft unserer Gesellschaft. Dies kann jedoch nur in hoher und guter Qualität geschehen, wenn auch die Beschäftigten in den Kitas gesund und sicher ihrer Arbeit nachgehen können. Der Infektionsschutz der Beschäftigten spielt dabei eine große Rolle, da es derzeit noch keinen Impfstoff für Kinder gibt.

Der bisherige „Hamburger Weg“ mit vielen individuellen Entscheidungsmöglichkeiten für Familien hat in einigen Einrichtungen zu Spannungen zwischen Eltern und Kita-Personal geführt. Das bedauern wir. Eine gute Bildung für die Kinder kann es nur im partnerschaftlichen Dialog aller Beteiligten geben.

Es ist das gemeinsame Ziel von Eltern und Personal, dass durch möglichst viel Infektionsschutz und weiteren Maßnahmen möglichst viele Kinder in den Kita- und GBS-Betrieb kommen können – allerdings nach klaren und nachvollziehbaren Regelungen.

Daher fordern wir

  • Deutliche Ausweitung der Tests (für Kinder & Personal), sowohl Schnelltests als auch Reihentests, unabhängig von Symptomen. Das Infektionsgeschehen von Kindern ist bisher zu wenig untersucht worden - daher sollten die Tests wissenschaftlich begleitet werden.
  • Frühere Impfmöglichkeit für Kita- und GBS-Beschäftigte.
  • Arbeitgeber und große Wirtschaftsunternehmen müssen mehr in die Verantwortung genommen werden, um die Doppelbelastung von Familien zu verringern, z.B. durch angepasste Arbeits- und Urlaubszeiten ohne finanzielle Einbußen - auch über das Kinderkrankengeld hinaus.
  • Verbesserung der Zusammenarbeit von Schul- und Sozialbehörde. Es sollten hinsichtlich der Regelungen von Kita-, Schul- und GBS/ GTS-Personal keine abweichenden Standards oder sich widersprechende Regelungen erfolgen.
  • Ausschöpfen aller und auch kreativen Möglichkeiten in den Einrichtungen (Kohortentrennung durch Wochenwechselmodelle, Schichten, …) durch Zusammenarbeit von Eltern, Trägern und Personal.
  • Die Beibehaltung der Fachkraftquote – eine Aufweichung der Fachkraftquote ist auch während der Pandemie nicht sinnvoll. Dem Fachkräftemangel kann auf bessere Art und Weise begegnet werden - durch attraktive Arbeitsbedingungen und bundesweite gesetzliche Ausbildungsregelung für zukünftige Erzieher*innen
  • Konsequente Nachverfolgung und Einhaltung von Quarantäneregelungen im Infektionsfall

Die jetzige Situation zeigt, dass die Belastungen in der Pandemie bisher ungleich verteilt sind. Zeigen wir, dass ein solidarisches Miteinander besser für alle ist.

Vorstand des LEA Hamburg
Fachkommission Kita, ver.di Hamburg