Altenpflege

    Unser Plan für gute Pflege

    Aktionstag Altenpflege

    Unser Plan für gute Pflege

    Unser Plan für Gute Pflege

    Beschäftigte aus Einrichtungen der stationären und der ambulanten Pflege demonstrierten am 21. November 2018 für bessere Arbeitsbedingungen in der Altenpflege. Bundesweit hatte die Gewerkschaft ver.di am Buß- und Bettag Beschäftigte in der Altenpflege zum Aktionstag Altenpflege aufgerufen. Wir haben uns absichtlich für den Buß- und Bettag entschieden. Anfang der 90er Jahre wurde dieser Feiertag  gestrichen. Damit sollten die Arbeitnehmer/-innen die Kosten der Pflegeversicherung mitfinanzieren.

    Heute stellen wir fest, dass die Pflegeversicherung nicht zur Finanzierung der Pflege ausreicht. Die Pflegekosten sind gestiegen – aber bei den Beschäftigten kommt das Geld nicht an. Dafür steigt der Eigenanteil z. B. der Bewohner/-innen in der stationären Pflege.

    Pflegekonzerne haben die Pflege als lukrativen Pflegemarkt erkannt.

    Dagegen richtet sich unser Protest!

    Doch wir protestieren  nicht nur - wir diskutieren auch mit den politisch Verantwortlichen. ver.di hatte Betriebsräte und Mitarbeitervertretungen aus Altenpflegeeinrichtungen zum Gespräch mit der Hamburger Gesundheitssenatorin, Cornelia Prüfer-Storcks, eingeladen.

    Hier wurde klare Forderungen gestellt und über die Probleme der Altenpflege aus erster Hand berichtet.

    Gute Pflege braucht:

    • Beteiligung der Betriebsräte und Mitarbeitervertretungen und des Personals bei der Prüfung von Heimen und Diensten.
    • Freistellung und Refinanzierung von Praxisanleiter/-innen für die Begleitung von Auszubildenden.
    • Tarifverträge und die Einhaltung des Betriebsverfassungsgesetzes/Mitarbeitervertretungsgesetzes beim Prüfverfahren von Einrichtungen
    • Auf Bundesebene muss sich die Hamburger Politik dafür stark machen, dass mehr Personal zur Verfügung steht, 13.000 Stellen reichen nicht aus.
    • Ein Tarifvertrag für Altenpflege muss bundesweit als Mindestanforderung an die Träger eingeführt werden. Die Bundesregierung muss hierfür die notwendigen Verordnungen beschließen.

    Die Senatorin stellte die positiven Bemühungen des Hamburger Senats für die Altenpflege dar. Aus Sicht der Beschäftigten wurde dazu festgestellt, dass viele Dinge gar nicht bei den Beschäftigten in den Betrieben ankommen. Gesetze und Verordnungen werden oftmals nicht eingehalten. Dazu wies die Senatorin auf die Aufstockung des Personals bei den bezirklichen Wohnaufsichten hin und die Möglichkeit, dass auch Beschäftigte (anonym) sich mit Beschwerden an die Wohnaufsicht wenden können.

    Das Gespräch mit der Senatorin war das erste mal, dass ver.di gemeinsam mit Interessenvertretungen aus den Pflegeeinrichtungen einen gemeinsamen Dialog aufgenommen haben. Das wurde als sehr positiv angenommen und wir werden unsere Forderungen und Themen weiter mit ihr kommunizieren. Dazu war die Veranstaltung ein guter Auftakt.

    Das gewerkschaftliche Engagement lohnt sich. Die Möglichkeiten die ver.di für die Interessenvertretung in der Altenpflege anbietet, werden von immer mehr Beschäftigten wahr genommen. So war auch diese Diskussion mit der Gesundheitssenatorin ein Angebot das deutlich werden ließ: Die Gewerkschaft ver.di ist eine gute Selbshilfeorganisation wenn es um die Interessen der Beschäftigten geht.