Altenpflege

    Tarifverhandlungen Süderelbe Wohnungsbaugenossenschaft

    Tarifverhandlung Süderelbe

    Tarifverhandlungen Süderelbe Wohnungsbaugenossenschaft

    Aktion der ver.di Mitglieder Haus Am Frankenberg ver.di Aktion der ver.di Mitglieder Haus Am Frankenberg

    Tarifverhandlung mit der Wohnungsbaugenossenschaft Süderelbe eG

    Seit September 2017 führen wir Tarifverhandlungen mit der Wohnungsbaugenossenschaft Süderelbe eG. Die Wohnungsbaugenossenschaft hat ihren Sitz in Hamburg-Neuwiedenthal. Sie betreibt zwei Seniorenpflegeheime, das "Haus Hammer Landstraße" und das "Haus Am Frankenberg". Die Beschäftigten sind bei der “Süderelbe“ Wohnungsbau Betreuungsgesellschaft mbH angestellt. Im Rahmen eines Geschäftsbesorgungsvertrages werden die Arbeitnehmerinnen den beiden Häusern überlassen.

    Wir streben einen Haustarifvertrag mit der Wohnungsbaugenossenschaft an, der sich am Niveau des Tarifvertrages Öffentlicher Dienst-Pflege und Betreuungseinrichtungen orientieren soll. Dazu soll der Tarifvertrag eine Laufzeit bis 2020 erhalten. In dieser Zeit sollen die Tabellenwerte aus unseren Tarifverträgen für die Pflege, erreicht werden.

    Aktuell ist es nun so, dass ver.di ein letztes finales Angebot vorgelegt hat. Der Arbeitgeber hat ein Gegenangebot vorgelegt und erklärt, dass er sich bis 30. Juli 2018 daran gebunden fühlt. Sollte es zu keiner Einigung kommen, werden die Tarifverhandlungen scheitern. Die ver.di Mitglieder in den beiden Häusern sind nun eingeladen, am 25. Juli 2018 in einer Mitgliederversammlung zu entscheiden, wie es weitergehen soll. Gibt es keine Einigung im Rahmen von Tarifverhandlungen, müssen die ver.di Mitglieder entscheiden, ob ein Warnstreik durchgeführt werden wird.

    Wir sind in den Tarifverhandlungen dem Arbeitgeber sehr stark entgegengekommen, weil wir einen Tarifvertrag für die Beschäftigten erreichen wollen. Der Arbeitgeber kommt mit immer wieder neuen Vorstellungen zu den Gehaltstabellen in die Verhandlung. Mittlerweile haben sich schon viele Pflegefachkräfte und Auszubildende von dem Arbeitgeber abgewandt. Klar, wer möchte schon in diesen Zeiten mit einem geringen Gehalt abgespeist werden, wo doch selbst der Bundesgesundheitsminister davon spricht, Pflegefachkräfte müssten 3.000 Euro verdienen. ver.di strebt einen Tarifvertrag für die Altenpflege auf der Bundesebene an. Dagegen gibt es Widerstand.

    Der Widerstand kommt u. a. vom bpa-Arbeitgeberverband. Die Wohnungsbaugenossenschaft "Süderelbe" ist übrigens Mitglied im bpa-Arbeitgeberverband. Liegt es daran, dass der Vorstand vielleicht ernsthaft gar keinen Tarifvertrag will? Die ver.di Mitglieder im Haus Am Frankenberg und im Haus Hammer Landstraße werden nicht nachlassen, einen Tarifvertrag durchzusetzen.

    Zur Information: bpa-Arbeitgeberverband

    Präsident des bpa-Arbeitgeberverbandes ist übrigens kein geringerer als der Ex-Wirtschaftsminister Rainer Brüderle. Den Gewerkschaften spricht bpa-Präsident Brüderle jedoch die Legitimation ab, Tariflöhne aushandeln zu können. "Unsere Mitarbeiter entscheiden sich aus freien Stücken in erdrückender Mehrheit gegen Mitgliedschaften in Gewerkschaften. Somit fallen diese als Tarifpartner aus", schreibt der ehemalige FDP-Wirtschaftsminister in Briefen an Abgeordnete des Deutschen Bundestages. Ob er mit seiner Meinung den Mitgliedern seines Verbandes allerdings einen Gefallen tut ist zu bezweifeln. Denn ohne gute tarifliche Bezahlung suchen sich die Beschäftigten womöglich Arbeitgeber die besser bezahlen, als im Haus Am Frankenberg oder im Haus Hammer Landstraße.

    Es gibt in Hamburg auch Pflegeheime die Mitglied im bpa-Arbeitgeberverband sind & einen Tarifvertrag mit ver.di abgeschlossen haben: Pflegen & Wohnen zum Beispiel. Das müsste einer bloß mal Herrn Brüderle erzählen.