Stationäre und Ambulante Pflege

Noch zu viele Probleme im Traumberuf

Noch zu viele Probleme im Traumberuf

„Warum hat mir keiner gesagt, dass der Job krank macht?“ Dieses Zitat stammt aus einem Videoclip über die Arbeits- und Ausbildungsbedingungen in der ­Altenpflege. Gedreht wurde es mit ­Hamburger Auszubildenden aus der Altenpflege. Sie berichten darin aus ihrem Arbeitsalltag. Das Video wurde bei einer Veranstaltung am Aktionstag Altenpflege” vorgestellt, der am 20. November stattgefunden hat.

Das Datum, der Buß- und Bettag, war bewusst gewählt: Dieser Tag war früher ein Feiertag, der 1995 abgeschafft wurde, um den Arbeitgeberanteil zur Pflegeversicherung auszugleichen. ver.di hatte in diesem Jahre dazu eingeladen und über 100 Beschäftigte und Auszubildende ­kamen in die Aula einer Berufsschule, um sich über den Sachstand bei der Personalbemessung und dem Tarifvertrag Altenpflege zu informieren. Pappfiguren erinnerten an die Kolleg*innen, die fehlten, weil sie bei der Arbeit einspringen mussten oder schon aus dem Beruf ausgestiegen sind.
Heinz Rothgang, Professor in der ­Abteilung für Gesundheit, Pflege und ­Alterssicherung der Uni Bremen, stellte vorläufige Ergebnisse seiner Studie zur einheitlichen Bemessung des Personalbedarfs in stationären Pflegeeinrichtungen vor. Ein abschließendes Ergebnis stand noch aus, doch es ist schon jetzt erkennbar, dass der Personalschlüssel in den Einrichtungen verbessert werden muss. An der anschließenden Podiumsdiskussion nahm auch Felix Feuerstake teil, 29 Jahre alt und Auszubildender in der Altenpflege im dritten Lehrjahr. „Das ist mein Traumberuf“, sagt er über seinen Beruf. Er verspricht sich von den laufenden bundesweiten Tarifverhandlungen bessere Bedingungen für alle Altenpflegekräfte, denn der Tarifvertrag soll vom Bundesarbeitsminister auf die gesamte Altenpflege erstreckt werden, auch auf die Einrichtungen, die nicht tarifgebunden sind. Felix fordert zudem, dass die Praxisanleiter*innen, die den Nachwuchs in der Praxis ausbilden, mehr Zeit dafür bekommen.

Aber es müssten sich nicht nur die ­Arbeitsbedingungen verbessern, die ­Arbeit in der Altenpflege brauche auch mehr gesellschaftliche Anerkennung. „Unser Beruf ist so vielfältig“, schildert Felix, „ich bin manchmal Seelsorger, manchmal Pfleger, manchmal Clown. Der Beruf wird immer wichtiger, wir ­haben Anerkennung verdient.“ Er setzt sich mit ver.di für bessere Arbeitsbedingungen in der Altenpflege ein: „Wir müssen an einem Strang ziehen, sonst bewegt sich nichts!“

Der Videoclip ist zu sehen unter: gesundheit-soziales-hamburg.verdi.de/branchen/altenpflege 

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