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    Beschäftigte aus Altenpflege und Krankenhäusern erinnern Parteien …

    Vor Beginn der Koalitionsverhandlungen

    Beschäftigte aus Altenpflege und Krankenhäusern erinnern Parteien an ihre Wahlversprechen

    Berlin, 23.01.2018

    Vor Beginn der Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD
    übergaben heute Aktive der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft
    (ver.di), darunter Beschäftigte aus Altenpflege und Krankenhäusern,
    ein riesiges Fotoalbum mit Botschaften aus dem ganzen Bundesgebiet an
    die beiden zuständigen Minister, Katarina Barley (SPD,
    Bundesfamilienministerin) und Hermann Gröhe (CDU,
    Bundesgesundheitsminister). Unter dem Motto "Versprechen halten"
    erinnerten sie die Parteien an ihr Versprechen, Beschäftigte in der
    Pflege zu entlasten und die Versorgung von Patientinnen und Patienten
    sowie Pflegebedürftigen zu verbessern. Nun müssten den Worten Taten
    folgen, mahnte auch Sylvia Bühler, im ver.di-Bundesvorstand für das
    Gesundheitswesen zuständig. "Vor der Wahl haben alle Parteien
    Maßnahmen für eine bessere Pflege angekündigt. Das war höchste Zeit
    und hat zurecht Erwartungen geweckt. Die gilt es einzulösen", so
    Bühler.

    Es sei überfällig, dass die Personaluntergrenzen im Krankenhaus auf
    alle bettenführenden Stationen ausgeweitet würden, wie es das
    Sondierungspapier von SPD und CDU/CSU vorsähe. "Untergrenzen
    gewährleisten aber keine gute Versorgung. Dazu braucht es gesetzliche
    Vorgaben für eine am Pflegebedarf orientierte Personalausstattung",
    sagte Bühler und forderte die Politiker nachdrücklich auf, zügig zu
    handeln. "Die Beschäftigten erwarten ein klares Signal, dass ihre
    Hilferufe angekommen sind. Aufgrund der dramatischen Situation sind
    Sofortmaßnahmen zur Entlastung erforderlich."

    Um den Kollaps in der Pflege zu verhindern, müssten attraktive
    Arbeitsbedingungen geschaffen werden. Die Personaldecke sei so dünn,
    dass viele Pflegekräfte aus Krankheit oder Erschöpfung den Beruf
    verlassen müssten. Unter diesen Bedingungen fiele es schwer, junge
    Menschen für den Beruf zu begeistern und Fachkräfte zu halten. Bis
    zur Umsetzung der gesetzlichen Personalbemessung seien daher
    Sofortprogramme notwendig: In stationären Pflegeeinrichtungen fordert
    ver.di 40.000 zusätzliche Vollzeitstellen. Um diese zu finanzieren,
    müsse nur der bestehende Pflegevorsorgefonds in einen
    "Pflegepersonalfonds" umgewidmet werden. Für die Krankenhauspflege
    fordert ver.di 20.000 Stellen sofort. Niemand solle mehr in einer
    Schicht allein arbeiten müssen und es brauche mehr Zeit für
    Ausbildung.

    Pressekontakt:
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    Daniela Milutin
    ver.di-Bundesvorstand
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