Tarifvertrag KTD

    TV KTD - Abteilung 2 Erziehungs- und Sozialdienst

    Mustergeltendmachung

    TV KTD - Abteilung 2 Erziehungs- und Sozialdienst

    Hamburg im April 2018

    Die „neue“ Abteilung 2 im KTD
    Eingruppierungen im Sozial- und Erziehungsdienst

     

    Zum 1. Januar 2018 ist die Entgeltordnung im KTD neu geordnet worden. Hintergrund war unsere langjährigen Forderungen nach Aufwertungen in den Bereichen Sozial- und Erziehungsdienst sowie in der Pflege analog den Regelungen im Tarifvertrag öffentlicher Dienst sowie im KAT. Auch wollten wir unsere langjährige Forderung nach einer fünften Stufe umsetzen. 

    Die Arbeitgeber – Eure Arbeitgeber – waren nun teilweise bereit mit uns darüber zu verhandeln. Und zwar da der Fachkräftemangel immer spürbarer wurde. 

    Da ab 2020 das Bundesteilhabegesetz in der Eingliederungshilfe zu massiven Veränderungen in den Arbeits- und Betriebsstrukturen sorgen kann, ist die Eingrenzung auch über die Obersätze erfolgt. 

    Es erfolgt demnach eine Eingruppierung über den Obersatz wo auf die Einrichtung und ihre Refinanzierungsgrundlage fokussiert wurde. Und im zweiten Schritt muss meine Ausbildung und Tätigkeit in der Abteilung 2 erwähnt werden. Dann gehört man in die Abteilung 2. 

    Das ist der einfache und klare Weg. Was ist aber, wenn mein Betrieb zwar unter die Regelung des Obersatzes fällt, ich mich aber nicht wiederfinde? Dann ist zu prüfen, ob ich nicht unter die „Öffnungsklauseln“ in der ES 4 („sowie sonstige Arbeitnehmerinnen…“), der ES 7 Fallgruppe 2 oder 6 bzw. der ES 9 Fallgruppe 1 oder 2 falle. Hier müssen gleichwertige Fähigkeiten vorliegen und der Berufserfahrung entsprechende Tätigkeiten. Hier gibt es keine generalisierte Aussage, was dies heißt, sondern dies muss im Zweifelsfall immer individualrechtlich (das heißt jede/r für sich!) geklärt werden. Hierzu muss man eine begründete Geltendmachung schreiben. Ein Muster findet sich im Anhang. Hier raten wir immer, sich rechtlich beraten zu lassen! Hier hilft ver.di seinen Mitgliedern! Und sich nicht allein auf die jeweilige Personalabteilung zu verlassen.  

    Die Möglichkeit einer Höhergruppierung gibt es demnach für alle Menschen die bspw. die Tätigkeit einer SPA machen, aber nur angelernt sich. Hier besteht die Möglichkeit die ES 4 geltend zu machen. Wenn man die Tätigkeiten einer Erzieherin macht, besteht die Möglichkeit auf die ES 7 und wenn bspw. eine Erzieherin die Tätigkeit einer Sozialpädagogin nachweisen kann, besteht auch die Möglichkeit auf die ES 9. 

    Ein einfacherer Sonderfall ist die ES 8. Hier zählen Zusatzqualifikationen. Wenn man einen aufgeführten Beruf hat und die notwendigen Zusatzqualifikationen erworben hat, sollten man einen Antrag auf die ES 8 stellen und hier die Zusatzqualifikationen nachweisen. 

    Bei beiden Möglichkeiten – Höhergruppierung über die gleichwertigen Fähigkeiten wie auch über die Zusatzqualifikationen – wird dies kein Selbstgänger. Vermutlich werden viele Arbeitgeber die Anträge erst einmal verschleppen und ablehnen. Hier muss vermutlich in vielen Fällen vor Gericht geklagt werden. Damit Vorbilder geschaffen werden. Also nochmal: wir raten in allen oben genannten Fällen, sich rechtlich beraten zu lassen.

    Eine Mustergeltendmachung ist angehängt.  

    Eure ver.di Tarifkommission